Weihnachtsgrüße

FROHE WEIHNACHTEN
UND EIN
GUTES NEUES JAHR

Der Widerstand gegen den gigantischen Schleusenausbau hat sich gelohnt

Am 19. November 2010 erhielt die Öffentlichkeit die erstaunliche Meldung, dass der Verkehrsminister Ramsauer den Neubau einer 190 m langen Schleusenkammer endgültig gestoppt hat. Der Planfeststellungsbeschluss wird aufgehoben.
Der Stopp des gesamten Schleusenausbaus hat bei allen große Überraschung ausgelöst, bei unserer Bürgerinitiative unbändige Freude, bei den Ausbaubefürwortern Bestürzung und Unverständnis.
Die Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse„ kann auf eine 18jäherige wechselvolle Geschichte zur Durchsetzung einer ökonomischen, ökologischen und bürgerfreundlichen Lösung beim Schleusenausbau zurück blicken. Dieser Kampf konnte nur durchgehalten werden mit der Unterstützung durch große Teile der Bevölkerung, sowie u.a. durch das Aktionsbündnis gegen den Havelausbau, durch die GRÜNE LIGA und den BUND. Unterstützt wurde der Widerstand auch durch Politiker verschiedener Parteien auf kommunaler sowie Landes- und Bundesebene. Die Pressevertreter haben fortwährend und fundiert über den Schleusenprotest berichtet.
Die Planung der Riesenschleuse wurde damit begründet, dass der Anstieg im Güterverkehr den Durchsatz von 10 Mill. Gütertonnen pro Jahr ermöglichen muss. Nach der Prognose sollten diese Werte 2010 erreicht werden. Aber in diesem Jahr wird gerade die 1 Mill. t Grenze erreicht. Weitere Prognosen bis 2020 versprechen keine Steigerung des Güteraufkommens. Aus diesem Grund kämpften wir gegen den Ausbau einer Riesenschleuse, deren Planung von Anfang an auf falschen Prognosen beruht.
Das schwache Gütertransportaufkommen nach und von Berlin veranlasste den Senat von Berlin alles auf den Westhafen zu konzentrieren und den Osthafen als Zielhafen zu schließen. Weiterhin verzichtet Berlin auf einen Ausbau des Teltowkanals. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 15.11.2001 beschlossen, auf einen über die Wasserstraßenklasse IV hinausgehenden Ausbau des Teltowkanals zu verzichten. Damit können keine Schiffsverbände von 185 m Länge den Teltowkanal befahren, für die die große Schleuse gebaut werden sollte. Wir forderten den Ausbau der langen Schleuse und die damit verbundene Vernichtung wertvoller Uferbereiche in einer Länge von 1 km aufzugeben.
Unterhalb der Schleuse, wo Waldrodungen bis 70 m Tiefe vorgesehen waren, konnten wir mit Unterstützung der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde, sowie der Universität Potsdam erreichen, dass ein Gebiet mit 17 Alteichen, die der Lebensraum von Fledermäusen und den beiden geschützten Käferarten Heldbock und Eremit sind, als FFH-Gebiet ausgewiesen wurde. Das Wasserstraßen-Neubauamt war dadurch gezwungen, eine neue Planung mit Vermeidung von Abgrabungen und Baumfällungen vorzulegen.
Schwerpunkt unserer Aktivitäten war in den letzten Jahren das Gebiet oberhalb der Schleuse mit dem schönsten und wertvollsten Teil der Parkanlagen an der Hakeburg im Uferbereich des Machnower Sees. Mehrmals standen Termine für die Fällung von den alten Buchen und Eichen bereits fest. Doch brachten die sofort organisierten Demonstrationen und Aktionen so großes Aufsehen in der Öffentlichkeit, das dadurch mehrmals die Fällungen verschoben wurden. Die Bürger von Kleinmachnow und Umgebung sind froh, dass durch dauernden bürgerschaftlichen Einsatz eine unwiederbringliche Landschaft vor Vernichtung gerettet werden konnte.
Wir wollen die jetzt geplanten Instandsetzungsarbeiten an der Schleuse begleiten und uns notfalls wieder einmischen. Wir haben uns als Verein verpflichtet, entsprechend unseren Möglichkeiten im kommenden Jahr die Natur und Umwelt zu erhalten, zu pflegen und darüber zu berichten und hoffen sehr auf Ihre aktive Mithilfe. 2011 feiern wir den 20.Geburtstag des Fördervereins. Dazu planen wir im Herbst eine Festveranstaltung. Über die übrigen Aktivitäten des Fördervereins berichten wir auf der Mitgliederversammlung Anfang des Jahres.

Mit den besten Wünschen für das Neue Jahr
grüßen Sie sehr herzlich
Manfred Hauck, Gerd Hallmann , Dr. Ursula Theiler, Dr. Gerhard Casperson
Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse„

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15.12.2010: Pressemitteilung
12.01.2011: BUND