12.02.2010: Berliner Kurier
Der geplante Ausbau der Schleuse Kleinmachnow im Zuge des Havelausbaus sorgt weiter für Streit. Am Freitag verteidigte die Wasser -und Schifffahrtsdirektion Ost das Vorhaben gegen die massive Kritik von Umweltverbänden. Ein Sprecher sagte in Berlin: «Die Entscheidung für den Bau einer 190 Meter langen Schleusenkammer ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung und weitestgehenden Berücksichtigung aller maßgeblich betroffenen Belange.»
Die Wasserstände im Teltow-Kanal änderten sich mit dem Betrieb der neuen Kammer nicht. Den Interessen von Gemeinde, Bürgerinitiative und Naturschützern werde weitestgehend entsprochen. So werde die alte Schleuse als Denkmal erhalten. Zudem soll möglichst wenig in den Ufer- und Baumbestand eingegriffen werden. Auch der Schutz vor Havarien werde gewährleistet. Nach dem Variantenvergleich für eine 190 und eine 115 Meter lange Schleusenkammer sei die Entscheidung für die längere Variante von allen Beteiligten akzeptiert und auf Klagen verzichtet worden.
Den Angaben zufolge muss für die 190 Meter lange Schleuse kein Land abgegraben werden. Für die 115-Meter-Schleuse hingegen müssten erhebliche Mengen Land abgebaggert und Bäume gefällt werden. Denn bei dieser Variante wären viel größere Vorhäfen nötig. Auch müssten Koppelstellen für lange Schubverbände in das nördliche Ufer des Teltow-Kanals gebaut werden. Mit den Koppelmanövern wäre eine erhebliche Lärm- und Abgasbelastung für die Anwohner verbunden.
Die Naturschutzverbände haben für Montag (15. Februar) zu einer Pressekonferenz eingeladen. Sie sprechen sich für die kürzere Schleusen-Variante aus.
© ddp
12.2.2010
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