Dezember 2008: Presseerklärung

Zum geplanten Ausbau der Schleuse Kleinmachnow erklärt Andrea Wicklein, Mitglied des Deutschen Bundestages:

Ich unterstütze den „Appell an die Vernunft“, weil damit ein sichtbares Zeichen gegen den eindeutig überdimensionierten Ausbau der Schleuse Kleinmachnow gesetzt wird. Es ist unverständlich, warum die Schleuse auf die höhere Wasserstraßenklasse V b ausgebautwerden soll, der Teltowkanal – in dem die Schleuse liegt – aber die Wasserstraßenklasse IV behält.
Die Entwicklung des Güterverkehrs auf dieser Wasserstraße, die mit den ursprünglichen positiven Prognosen nicht mehr viel gemein hat, rechtfertigt den Schleusenausbau jedenfalls nicht. Es muss auch beachtet werden, dass das Land Berlin mit der Schließung des Osthafens diese Passage wirtschaftlich abgewertet hat. Es ist noch nicht zu spät, nun umzusteuern. Ich unterstütze einen wirtschaftlich und ökologisch vernünftigen Ausbau der Schleuse mit einer Kammerlänge von 115 Meter ein. Der Teltowkanal ist schon jetzt für teilabgeladene Europaschiffe (80 m Länge, 9,0 m Breite, 2,2 m Tiefe) und Schubverbände (125 m Länge, 8,25 m Breite, 2,2 m Tiefe) zugelassen. Durch eingeschränkte Brückendurchfahrtshöhen der knapp 40 Brücken auf der Berliner Südtrasse wird hier aber ein wirtschaftlicher zweilagiger Containerverkehr nicht möglich sein. Daran ändert auch eine größere Schleuse in Kleinmachnow nichts. Kapazität von Schleuse und Teltowkanal passen dann nicht zusammen. Zweifellos wird der Teltowkanal für Güterschiffe, Fahrgastschiffe und Sportbote seine Bedeutung behalten. Gleichzeitig aber sollten mit der Gestaltung der Teltowkanalaue auch die Chancen für den Tourismus und für die Lebensqualität dieser Region gesehen werden. Deshalb braucht die Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf jetzt endlich Planungssicherheit.

Tel. für Rückfragen: (030) 22 77 02 74.

Quelle

Andrea Wicklein
Mitglied des Deutschen Bundestages
Sprecherin der Arbeitsgruppe Aufbau Ost
Sprecherin der Arbeitsgruppe Regionale Wirtschaftspolitik
der SPD-Bundestagsfraktion

Juni 1999: Große Anfrage an die Landesregierung
Oktober 2008: Große Anfrage an die Landesregierung