06.03.2010: Presseerklärung

Presseerklärung
der Bürgerinitiative “pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse”
im Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben / Bäketal e.V.

Der Protest gegen die 190 m-Schleuse in Kleinmachnow geht weiter

Durch die aktuell seitens des Bundesverkehrsministeriums verbreiteten Äußerungen
fühlen sich die Ausbaugegner in ihrer Position gestärkt. Zu augenscheinlich
entbehren die aktuellen Erklärungen aus dem Bundesverkehrsministerium, mit denen
den Ausbaugegnern der Schleuse umweltschädliches Verhalten durch ihren Protest
unterstellt wird, jeder Grundlage. Nichts wäre den Bürgern vor Ort lieber, als wenn
einvernehmlich mit der Bundesregierung die ökologisch sinnvollste Alternative zum
Ausbau der Kleinmachnower Schleuse umgesetzt würde!
Die Behörden argumentieren, dass eine 190 m lange Schleuse die ökologisch
sinnvollste Lösung sei. Es würden keine Kopplungsstellen benötigt, wodurch sich das
Schleusen langer Schubverbände einfach gestaltet, da diese ohne
Auseinanderkoppeln in einem Schleusengang die Schleuse passieren können. Für
eine 115 m lange Schleuse dagegen würden Kopplungsstellen benötigt, welche
einen Landanschluss haben müssten und dazu umfangreiche Uferabgrabungen
erfordern würden.
Diese Begründung hat sich zwischenzeitlich als Scheinargumentation herausgestellt.
Nach der maßgeblichen Richtlinie für Schleusenhäfen benötigen Kopplungsstellen
nicht zwingend einen Landanschluss. Sie können, wie bisher auch, durchaus im
Wasser bleiben. Damit ist das Hauptargument der Behörden für die 190 m-Schleuse
hinfällig. Mit leicht verschobenen Wartestellen sind für eine kürzere, 115 m lange
Schleuse nur minimale Landabgrabungen erforderlich. Die Uferlandschaft und die
Bäume am Machnower See können bei dieser Schleusenvariante erhalten werden.
Für einen Schleusenausbau auf 190 m Länge besteht auch keinerlei wirtschaftlicher
Bedarf. Nur knapp fünf Güterschiffe befahren den Kanal und die Kleinmachnower
Schleuse derzeit im Schnitt täglich in jeder Richtung, und nicht einmal zwei
Schiffsverbände sind es im Mittel pro Woche. Die Kapazitätsauslastung des Kanals
liegt bei unter 20 Prozent. Prognosen gehen von weiter sinkendem
Güterschifffahrtsaufkommen in den nächsten Jahren aus. Ein Schleusenausbau auf
190m Länge ist daher auch ökonomisch nicht zu vertreten.
Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände werden ihren Protest gegen diesen
Ausbau, der mit erheblichen Eingriffen in die Natur durch Baumfällungen und
Uferabgrabungen auf insgesamt mehr als 1 km Länge verbunden, ist fortsetzen und
sich mit allen Mitteln für den Bau der ökologisch verträglicheren und ökonomisch
sinnvolleren kleinen Schleusenlösung von 115 m Länge einsetzen. Der Protest wird
von breiten Bevölkerungsschichten der Region unterstützt, die hinter den
Forderungen für einen kleineren und sinnvollen Schleusenausbau stehen.

Kleinmachnow 6. 3. 2010

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